UNSERE PHILOSOPHY IM UMGANG MIT PFERDEN

Unser Konzept der Pferdehaltung ist komplex, da es sich an den natürlichen Bedürfnissen der Pferde orientiert. Schlagworte zu unserer Pferdehaltung sind: Abwechslung, Selbstbestimmung, ArtgenossInnen, Beschäftigung, Bewegung

Der Umgang mit Tieren

Tiere haben ein Bewusstsein, Gefühle und eine Psyche, die der des Menschen in ihren basalen Bedürfnissen ähnlich ist. Sie verdienen es, dass ihre Persönlichkeit und ihre Privatsphäre respektiert werden, im Gegenzug erwarten wir von ihnen ein angepasstes Verhalten an die notwendigen Regeln des Zusammenlebens mit Menschen. Dieses Abkommen erzeugt ein kooperatives Zusammenspiel zwischen unseren Tieren und unseren KlientInnen.

Der Umgang mit Pferden

Wir haben insgesamt 20 Pferde. Alle im Therapiebereich eingesetzten Pferde haben eine zwei- bis dreijährige Grundausbildung genossen und dürfen erst dann als e-motion Therapiepferde arbeiten. Dies bringt eine hohe Verlässlichkeit gepaart mit viel „Verstand“ der Tiere für ihren Job mit sich.

Pferde sind Lebewesen wie Menschen auch; das heißt nicht, dass man Pferde im Bezug auf unsere Kulturtechniken „vermenschlichen“ sollte, sondern, dass die basalen Gefühle und Bedürfnisse von Pferden und Menschen ähnlich sind. Pferde sind (in unserem Sinn) nicht vernünftig, daher müssen w i r auf sie „aufpassen“ wie auf Kinder.

Pferde sind Herdentiere. Sie wissen, dass es eine Rangordnung gibt und sie müssen ihrem Leittier oder menschlichen „Führer“ voll vertrauen können. Sie müssen selbstverständlich annehmen können, dass er oder sie jede Situation richtig einschätzt. Nur wenn sie dieses Vertrauen haben, werden sie R e s p e k t schenken. Vertrauen hat nichts damit zu tun, wie „lieb“ jemand mit seinem Pferd umgeht. Sehr vorsichtiges, verhätschelndes, fragendes, bemutterndes Verhalten kann Pferden das Gefühl geben, der Mensch möchte seine Leittier-Verantwortung nicht tragen, sondern sucht seinerseits Schutz beim Pferd. Dies führt nicht zu Vertrauen und folglich auch nicht zu Respekt, je nach Pferdetyp wird das Pferd die „Zügel selbst in die Hand nehmen” und versuchen, diesen Menschen nach bestem Pferde-Wissen und Pferde-Gewissen in Sicherheit zu bringen. Es wird aber nicht mit diesem Menschen mitgehen, da es ihm nicht vertraut.

Wichtig ist, den Pferden ein klarer, realer Partner zu sein. Pferde haben ein sehr feines Gespür für menschliche „Verdeckungskünste“. Das heißt, wenn ich von einem Pferd etwas will, muss ich das klar als meinen Wunsch und nicht als Frage darstellen.

Druck erzeugt immer Gegendruck. Ziehen, rempeln usw. lösen meist sehr klare Gegenreaktionen aus. Mentaler Druck (gestikulieren, reden, sich groß machen …) ist physischem immer vorzuziehen, da physischer Druck Gegendruck erzeugt.

Tierhaltung und Tierschutz bei e-motion

E-motion ist sich bewusst, dass die Therapiepferde das Herzstück der therapeutischen Arbeit darstellen und tagtäglich Großartiges leisten. Seit jeher ist uns wissenschaftlich fundierte und professionelle therapeutische Arbeit wichtig, im gleichen Ausmaß fühlen wir uns aber auch “unseren” Tieren verpflichtet, deren Wohlergehen und Versorgung eine große Verantwortung bedeutet. Das wesentliche Merkmal der therapeutischen Methode stellt die Annahme dar, dass TIERE viele Dinge besser können als wir Menschen und uns so mit ihrer körpersprachlichen Feinfühligkeit helfen können. Jeder Klient lernt die Sprache der Pferde zu deuten und auf einen Dialog mit dem Pferd einzusteigen, der die Seele des Menschen berührt.

Wir haben Pferde, Schafe, Kaninchen, Meerschweinchen und Hunde. Für alle Tierarten erfüllen wir in der Tierhaltung nicht nur die Tierschutzrichtlinien, sondern setzen in vielen Bereichen neue Maßstäbe. So leben unsere Kanninchen auf 100m² mit vielen Röhren und Höhlen und einem mehrstöckigen Holzhaus in einem Freigehege. Die Schafe grasen im Obstgarten und haben eine “Villa”, die Pferde haben einen mehrgliedrigen und sehr durchdachten Offenstall, einen Sandwälz- und Schlafplatz, ein Wäldchen als Insekten Schutz etc. Die “Wohnungen” der Tiere werden mehrmals täglich abgemistet, überall stehen Quelltränken mit Schwimmerbecken zur Verfügung. Egal ob Pferd, Schaf oder Hund: Die Tiere wurden speziell ausgebildet, haben Rückzugsbereiche, leben je nach Bedürfnis im Menschen- oder Tierverband und erfüllen große Aufgaben für unsere Kinder und Jugendlichen.

Der Einsatz der Tiere bei e-motion wird durch einen Stundenplan festgehalten, das Training durch Fortbildungen und Wochenkonzepte ergänzt. Kein Tier darf mehr als 4 Stunden am Tag arbeiten (Therapie ist keine körperlich aber eine geistig anstrengend Arbeit) und jedes muss zwei Tage die Woche frei haben. Zudem haben alle Tiere eine/n Supervisor (Bezugspferdebetreuer), der oder die sich um die Freizeitgestaltung und Entspannung sowie Muskel- und Ausgleichstraining kümmern.

Viele unserer Pferde sind aus schwierigen Verhältnissen, Tierheimen oder von Schlachthöfen. Alle waren verstörte und schwierige Persönlichkeiten, mussten körperlich und seelisch gesund gepflegt werden und sind durch jahrelanges Training so besonders geworden, dass sie heute als Therapietiere Menschen weiterhelfen. Die Pferde absolvieren eine dreijährige Ausbildung, erst dann schnuppern sie langsam und gut durchdacht in die Therapie hinein. Auch wenn diese bei uns geltenden Ausbildungs- und Tierhaltungskriterien einen großen finanziellen Aufwand bedeuten und sehr zeitintensiv sind – seit Jahren sehen wir einen großen Qualitätsunterschied und die artgerechte und bedürfnisorientierte Haltung unserer Tiere ist uns ein Anliegen. Das persönliche Wohlergehen jedes Tieres trägt maßgeblich zum Wohlergehen der kranken Kinder bei – wir sind nicht nur für die Kinder und Familien, die bei uns Hilfe suchen, verantwortlich: auch der Schutz und die Schaffung von Lebensqualität für unsere großen und kleinen Vierbeiner ist Teil unserer Aufgabe und Teil der therapeutischen Arbeit.

AUSZEICHNUNG

2008: Auszeichnung der Schweizer Vereinigung für Heilpädagogisches Reiten (der einzigen Vereinigung Europaweit, die solche Prüfungen durchführt): Auszeichnung für besonders vorbildliche Pferdebetriebe in den Diensten von Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Kategorien wie Haltung, Offenstall und Ausbildung, sowie Rolli-Tauglichkeit und Sanitäre Einrichtung und Elternwarteraum sind hier entscheidend!

2011: LAG Pferderevue Award Kategorie artgerechte Pferdehaltung: Österreichweite Einsendung und Prämierung von Offenställen

2012: Verleihung des Bundestierschutzpreises durch das Bundesministerium für Gesundheit

Unsere Therapiepferde

Unsere Therapiepferde

Der Kontakt mit Pferden ist anregend und entspannend zugleich: Diese Tiere berühren uns durch ihre analoge Kommunikation besonders auf der emotionalen Ebene und halten uns zu ständiger geistiger und körperlicher Bewegung an. Pferde gehen mit unerschrockenem und unvoreingenommenem Gemüt auf Menschen zu. Sie sehen uns mit anderen Augen, denn sie lesen nicht in gesellschaftlichen Codes von Kleidung, Schönheit und Norm. Ihre Sinne lesen im Ausdruck, in der Körpersprache und in der Bewegungsqualität. Pferde können in unseren Bewegungen Gefühle sehen.

Die Ausbildung zu Therapiepferden ist sehr komplex und dauert lange. Wurde diese jedoch absolviert, können Pferde die Equotherapie folgendermaßen unterstützen:

Das Therapiepferd als Sprachrohr von Gefühlen.
Therapiepferde dienen den TherapeutInnen als Lautsprecher von Emotionen. Doch auch die KlientInnen sollen lernen, die Sprache der Pferde zu deuten und so ein emotionales Feedback zu erproben.

Das Therapiepferd als Animateur und Begleiter.
Therapiepferde sind für viele KlientInnen die Motivation, über ihren eigenen Schatten zu springen und sich Themen und Übungen zu stellen. Ganz nebenbei bauen Pferde Ängste ab und verringern Peinlichkeiten. Pferde halten die Therapiestunden im Hier und Jetzt ab und machen aus dem Ernst der Lage ein Spiel.

Das Therapiepferd als Trainer für das Leben.
Im Zuge von Spielen und Mutproben, in Einzel- oder Gruppenübungen setzen sich die KlientInnen intensiv mit den Therapiepferden auseinander. Daraus ergibt sich ein gutes Training für das Leben, den Alltag und den Kontakt zu Mitmenschen

UNSERE PERDE MIT STECKBRIEFEN

UNSERE Vier Pfoten

UNSERE Kleintiere

Neben den Therapiepferden sind beim Verein e.motion auch einige andere Tiere zu Hause: Den Kleintierbereich gleich neben dem Tipi teilen sich unsere zwei Meerschweinchen Frida und Florida und das Kaninchenduo Lilo und Zwergi. Untertags können sie beobachtet werden … beim Laufen und Körnersuchen, Buddeln und Graben, sich verstecken und -necken oder einfach beim Faulenzen!

Wer sich mit den “kleinen” Tieren beschäftigen will, braucht vor allem eines: viel Geduld und Einfühlungsvermögen! Festhalten, Hochheben und Streicheln macht Lilo, Zwergi und den Meerschweinchen sehr viel Angst – umso neugieriger kommen sie allerdings zu den Menschen, die sich mit Respekt und Vorsicht um sie bemühen und sich Spielideen ausdenken, die Spaß machen und ihr Interesse wecken.

Ängstlichen Kindern öffnen sie manchmal den Zutritt in die bereichernde Welt der Tiere, stürmischen Kindern lehren sie die Entdeckung der Langsamkeit und die Kunst der kleinen und achtsamen Bewegungen.

SChafe